Ein tiefer Schlaf hielt lange dich umfangen,
du altes Schloß in deiner Einsamkeit,
in der du stillen Träumen nachgehangen
von fernen Tagen, die schon längst vergangen –
dann aber weckte dich die neue Zeit.
So wie der Prinz Dornröschen einmal weckte,
bist du in jenen Tagen hold erwacht,
da reger Sinn als Kleinod dich entdeckte
und viele sehen dich, das Stillversteckte
in neuem Leben und in neuer Pracht.
Der zarten Farben Spiel schenkt hier Entzücken
in allen Räumen voll von Harmonie,
wo herrlich dich erles’ne Bilder schmücken –
hier darf nun viele freuen und beglücken
Geselligkeit, Wort, Bild und Melodie.
Mit hellen Fenstern blickst du in die Weite,
sie rahmen froh der Heimat Bildnis ein,
Natur und Kunst gehen treulich Seit‘ an Seite
und immer gebe dir das Glück Geleite,
Erlangens wunderschönes Schatzkästlein!
Riedmüller, Hermann: "Schloss Atzelsberg", in: Riedmüller, Hermann/Fleischmann, Fritz/König, Hans/Donhauser, Hans: "Erlanger Blummastraißli – Gereimtes und Ungereimtes in hochdeutsch und erlangerisch", Erlangen 1972, S. 12.